1903 – Der Beginn der Chronikbücher – Ein gewissenhafter Schriftführer

Gegen Jahresende 1903 findet eine Versammlung des Vereins statt. Rechner Schneider, der sich viele Verdienste um die Kassenführung erworben hat, wünschte von seinem Posten enthoben zu werden, Vorstand Munz findet mit seinem Vorschlag, dieses Amt dem Mitglied Eugen Köhle zu übertragen, vollen Anklang. Auf seine Schultern ladet der Verein auch noch die Aufgaben des Schriftführers. Eugen Köhle erkennt, wie schwer es später einmal sein werde, einen Überblick über die Entwicklung des Vereins zu geben, fehlen doch außer Statuten der Jahre 1880 und 1894 jegliche Aufzeichnungen. Der neue Schriftführer trägt in mühsamer Kleinarbeit aus alten Kassenbüchern und durch Befragung alter Mitglieder viel Wissenswertes von der Zeit der Gründung bis zum Jahre 1904 zusammen. Er schließt so eine klaffende Lücke und bewahrt Namen und Ereignisse vor dem Los des „Vergessen werden“. – Ihm möge an dieser Stelle besonderen Dank gesagt sein –

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In der Versammlung vom 8. Dezember 1903 wird Kassier und Schriftführer Eugen Köhler gewählt. Dank ihm kann die Entstehung des Vereins dargelegt werden.

Der Beginn des Jahres 1904 stellt den Verein vor die Notwendigkeit, nach einem neuen Vorstand Umschau zu halten. Schultheiß Munz, in dessen rührigen Händen die Geschicke des Vereins seit 1894 ruhten, verzichtete auf eine Wiederwahl. Nach langen Beratungen, geführt von Vizevorstand August Seitz, wurde der Ortsgeistliche H. H. Pfarrer Haag gebeten, den Verein unter seine Obhut zu nehmen. Xaver Schäfer, Albert Krieger und Johann Klotzbücher wurden in den Ausschuss gewählt. Nicht nur, dass in dieser Zeit neue Statuten geschaffen wurden, überall ist zu spüren, dass H. H. Pfarrer Haag mit Herz und Sinn der Sängersache zugetan war. Seine Verdienste um den Verein wurden schon nach kurzer Tätigkeit mit der Ernennung zum Ehrenvorstand gewürdigt. Sein Nachfolger wird August Seitz (1905). Wer diesen begeisterten Sänger und begabten Redner kannte, der weiß, dass damit der rechte Mann auf den rechten Platz gestellt wurde. Sieben Jahre setzte er sein Können und seinen Fleiß ein, um dem Verein Auftrieb und Zielstrebigkeit zu geben. Inzwischen ist der befähigte Lehrer Neumaier vom Dirigentenpult geschieden. Amtsverweser Schätzle vertrat ihn, bis Hauptlehrer Ehrler im Jahre 1905 die musikalische Leitung übernahm. Der Tod nimmt ihm im Jahre 1920 den Dirigentenstab aus der Hand. Schmerzlich betrauerte der Verein das Scheiden dieses fleißigen und strebsamen Dirigenten. Vielfältig blühte in dieser Zeit das Vereinsleben. Die Feiern der Geburtstage des Landesfürsten, Zusammenkünfte geselliger Art und regelmäßige Theateraufführungen in den Wintermonaten befruchteten das Leben der Dorfgemeinschaft und zeigten die Leistungsfähigkeit des Chores auf. Wanderungen und Schlittenfahrten festigten das Band der Freundschaft von Sängerherz zu Sängerherz. Sängerhochzeiten wurden besonders festlich begangen. Im Kochergau und Bühlergau waren die Bühlertanner Sänger seit langem heimisch geworden und gerne folgten sie der Einladung, sich beim Sängerfest des Kochergaus in Schwäbisch Hall (1906) zu beteiligen. Dort und wenig später beim 50jährigen Jubiläum des Nachbarvereins Obersontheim ernteten die Sänger Lob und Anerkennung.

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